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Atelier09. Juni 20265 Min Lesezeit

Den Sommer produziert man im Juni: unser Plan gegen das Sommerloch.

Im Juli ist die halbe Schweiz an der Aare, im August die andere Hälfte am Meer. Wer dann erst über Social Media nachdenkt, hat schon verloren. Warum wir den Sommer-Content jetzt im Juni produzieren und wie ihr das in zwei Tagen selbst hinkriegt.

Liv Schläfli

Von Liv Schläfli

Inhaberin, Digital & Content

Es gibt einen Moment Mitte Juli, an dem jede zweite Schweizer Marke auf Social Media still wird. Der letzte Post ist drei Wochen alt, die Story-Leiste leer, und im Impressum steht gefühlt: «Wir sind dann mal an der Aare.» Verständlich, menschlich, und trotzdem ein Fehler. Denn eure Kundinnen und Kunden machen zwar Ferien, ihr Handy nehmen sie aber mit.

Die einfache Wahrheit, in einem Satz: Sommer-Content produziert man nicht im Sommer. Man produziert ihn im Juni. Wer im Juli anfängt zu überlegen, was er posten könnte, postet am Ende gar nichts, weil die Hälfte des Teams weg ist und die andere Hälfte mit dem Kopf schon halb im Liegestuhl.

Wir machen das bei uns und bei unseren Kundinnen und Kunden jedes Jahr gleich: einen Content-Tag im Juni, an dem wir den ganzen Sommer in einem Rutsch vorproduzieren. Juli und August sind danach kein Loch mehr, sondern laufen auf Autopilot, während wir tatsächlich an der Aare liegen. Suki übrigens nicht, sie bleibt Beobachterin am Ufer, aber das ist eine andere Geschichte.

So sieht so ein Tag konkret aus. Vormittags Themen sammeln: zwölf bis fünfzehn Ideen, die saisonal passen, ohne ins Klischee zu kippen. Nicht «Sommer, Sonne, Sonnenschein», sondern echte Inhalte. Ein Blick hinter die Kulissen eines Projekts, eine Kundenstimme, ein ehrlicher Tipp aus eurem Fach. Nachmittags wird produziert: Texte geschrieben, Bilder gemacht oder aus dem Archiv geschärft, alles im Brand-Kit angelegt.

Dann der wichtigste Schritt, den die meisten vergessen: vorplanen statt hoffen. Wir legen die fertigen Beiträge in ein Planungstool und verteilen sie über Juli und August. Einmal freigeben, dann läuft es. Kein «Oh, wir sollten mal wieder posten» um 22 Uhr aus dem Ferienhaus, kein schnell hingeworfenes Foto, das nicht zur Marke passt.

Was dabei oft unterschätzt wird: der Sommer ist nicht nur Pflicht, sondern Chance. Wenn die Konkurrenz schweigt, ist der Feed leerer und eure Reichweite günstiger. Wer im August konsequent präsent ist, fällt mehr auf als im hektischen November, wo alle gleichzeitig ihr Jahresend-Marketing rausballern.

Ein ehrlicher Hinweis noch: vorproduziert heisst nicht eingefroren. Lasst zwei, drei Slots pro Monat frei für Spontanes, einen Apéro, ein aktuelles Thema, einen Gewitterabend über Bern, der einfach ein gutes Foto hergibt. Plan und Spielraum sind kein Widerspruch, sie brauchen einander.

Falls ihr gerade lest und denkt «Bei uns wird im Juli auch immer still»: ihr habt noch genau diesen Monat Zeit. Blockt euch einen Tag, sammelt eure Themen, produziert in einem Rutsch. Oder ihr meldet euch bei uns, dann machen wir den Juni-Content-Tag mit euch, und ihr habt den Sommer frei. Wir antworten auch im Juli innerhalb eines Tages. Mit nassen Haaren maximal.