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Atelier17. Juli 20265 Min Lesezeit

3 Fehler, die fast jede KMU-Website macht, und wie ihr sie erkennt.

Die meisten Websites scheitern nicht an der Technik, sondern an drei Dingen, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht: ein unklares Versprechen, kein klarer nächster Schritt, und ein Auftritt, der auf dem Handy zerfällt. Der ehrliche Selbsttest für eure Seite.

Liv Schläfli

Von Liv Schläfli

Inhaberin, Digital & Content

Wir schauen uns von Berufs wegen sehr viele Websites von Schweizer KMU an. Handwerksbetriebe, Treuhänder, Praxen, Läden, Agenturen. Und so unterschiedlich die Branchen sind, die Probleme sind fast immer dieselben. Es sind selten technische Probleme. Die Seiten laden, die Links funktionieren, das Hosting läuft. Es sind drei stille Fehler, die niemandem auffallen, der die eigene Firma in- und auswendig kennt. Genau das ist das Tückische daran.

Fehler eins: das unklare Versprechen. Macht den Test: öffnet eure Startseite und stoppt fünf Sekunden. Weiss eine Person, die euch nicht kennt, danach, was ihr anbietet, für wen, und warum bei euch? In den allermeisten Fällen lautet die Antwort nein. Da steht «Willkommen» oder «Ihr Partner für massgeschneiderte Lösungen», dazu ein Stockfoto mit Händeschütteln. Das klingt freundlich, sagt aber nichts. Wer euer Angebot erst suchen muss, sucht meistens nicht lange, sondern klickt zurück zu Google und landet bei der Konkurrenz.

Die Lösung ist unbequem einfach: ein Satz, ganz oben, der sagt, was ihr tut und für wen. «Sanitärinstallationen für Private und Verwaltungen in der Region Bern, innert 48 Stunden vor Ort.» Kein Marketing-Deutsch, keine Poesie. Klarheit schlägt Kreativität, jedenfalls an dieser Stelle. Kreativ dürft ihr danach werden.

Fehler zwei: kein klarer nächster Schritt. Viele Seiten informieren, aber sie führen nicht. Es gibt fünf Menüpunkte, drei Buttons in drei Farben, eine Telefonnummer im Footer und ein Kontaktformular, das sich hinter «Über uns» versteckt. Wer alles gleichzeitig anbietet, empfiehlt nichts. Die Besucherin spürt das als leises «und jetzt?», und dieses Gefühl ist der Moment, in dem ihr sie verliert.

Fragt euch: Was ist die eine Handlung, die ein interessierter Besucher machen soll? Anrufen? Einen Termin buchen? Eine Offerte anfragen? Entscheidet euch, und macht genau diese Handlung auf jeder Seite sichtbar, gleich formuliert, gleich gestaltet. Alles andere darf es weiterhin geben, aber eine Stufe leiser. Eine Website mit einem klaren nächsten Schritt fühlt sich für Besucher nicht aufdringlich an, sondern hilfreich.

Fehler drei: das Handy kommt zu kurz. Je nach Branche kommen sechs bis acht von zehn Besuchen über das Smartphone. Gebaut, angeschaut und abgenommen werden die meisten Websites aber am grossen Bildschirm im Büro. Das Resultat kennt ihr: winzige Schrift, Buttons, die man mit dem Daumen nicht trifft, Tabellen, die seitlich aus dem Bild laufen, ein Formular, bei dem man beim dritten Feld aufgibt.

Der Selbsttest dauert zwei Minuten: nehmt euer eigenes Handy, öffnet eure Website und versucht, als Kundin oder Kunde eine Anfrage zu stellen. Nicht überfliegen, wirklich durchklicken, bis zum Absenden. Wenn ihr dabei zoomen, drehen oder raten müsst, wisst ihr, woran ihr seid. Eure Kundschaft macht diesen Test jeden Tag, nur ohne euch das Resultat mitzuteilen.

Die gute Nachricht zum Schluss: keiner dieser drei Fehler verlangt einen kompletten Neubau. Ein klares Versprechen ist Textarbeit. Ein klarer nächster Schritt ist eine Design-Entscheidung. Und ein sauberer Handy-Auftritt ist Handwerk, das jede gute Umsetzung heute mitbringen muss. Oft ist eine Website nach diesen drei Korrekturen eine andere Seite, ohne dass sich das Logo bewegt hat.

Wenn ihr nach dem Lesen das Gefühl habt, mindestens einer dieser Fehler steckt auch auf eurer Seite: schreibt uns für einen ehrlichen Website-Check an hallo@goldensheep.ch, Stichwort «Website-Check». Wir schauen uns eure Seite an und sagen euch, was wir sehen. Ohne Verkaufsgespräch, ohne Fachjargon. Versprochen.